22.04.2016 Landkreis Von: Kim Wengoborski
Mitglieder des Deichverbandes sind aber insgesamt zufrieden

Schwachstellen in der Grasnarbe

Der Ostedeich ist in einer guten Verfassung, stellten Verantwortliche des Ostedeichverbandes bei der Frühjahrs-Deichschau fest.

Damit das auch so bleibt, müssen allerdings demnächst ein paar Pappeln am Fähranleger Gräpel fallen.

Für rund 70 Kilometer Ostedeich bis hin zur Elbe ist der Ostedeichverband zuständig. Offensichtlich macht er seine Arbeit gut, denn bei der Deichbeschau gab es kaum etwas zu bemängeln. Neben Mitgliedern des Verbandes waren Vertreter der Aufsichtsbehörden der Landkreise Rotenburg (Wümme) und Stade vor Ort. „Es ist soweit alles in Ordnung", betonte Jens Klasen von der Unteren Deichbehörde des Landkreises Rotenburg (Wümme).

Dennoch gibt es genug für den Verband zutun. So muss eine Reihe von Pappeln am Fähranleger Gräpel ausgedünnt werden. „Die Bäume werfen zu viel Schatten und das Laub belastet die Grasnarbe zusätzlich", erklärte Jens Gerdes, Geschäftsführer des Deichverbandes. Die Natur solle unter der Ausdünnungsmaßnahme nicht stärker leiden als nötig. Auf Vögel und deren Brutzeiten werde Rücksicht genommen, versprach Gerdes.

Eine Schwachstelle in der Grasnarbe entdeckten die Mitglieder des Deichverbandes und die Landkreismitarbeiter zwischen Nieder Ochtenhausen und Gräpel. Dort waren im vergangenen Jahr Baumaßnahmen an der Oste durchgeführt worden, infolgedessen musste der Deich dort neu profiliert werden. Die frischen Samen waren über den Herbst und Winter allerdings nicht richtig angewachsen. „Da müssen wir jetzt nacharbeiten", so Gerdes.

Ein Dorn im Auge sind dem Deichverband die Bisame. Auch in diesem Jahr war der Deich an einigen Stellen von ihren Höhlen durchlöchert. „Wir könnten mehr Bisamfänger gebrauchen", sagte Oberdeichgräfe Hans Wilhelm Saul. Da die Fang-Prämie die Jäger nicht reich mache, müssten diese schon Spaß daran haben, dem Nagetier nachzustellen. Auch Maulwürfe hatten wieder fleißig gegraben.

Doch nicht nur frei lebende Tiere bescheren dem Deichverband Arbeit: „Am Vörder See haben wir wieder etliche Stellen entdeckt, an denen Hunde gebuddelt haben", ärgerte sich Gerdes. Es liege in der Verantwortung des Halters, sein Tier vom Graben abzuhalten, und im besten Fall an den entsprechenden Stellen an der Leine zu führen. Auch die Schafe, die durch ihre sanften Huftritte den Deich festigten, wären den Haltern wahrscheinlich dankbar. „Es sind uns auch schon Schafe in die Oste gesprungen, weil sie wegen freilaufender Hunde in Panik geraten sind", erzählte der Geschäftsführer des Deichverbandes.

An der Schau nahmen auch Vertreter der Polizei, der Feuerwehr, der Bundeswehr und des Niedersäsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz teil. „Gerade für die Ersthelfer ist Ortskenntnis wichtig, falls sie den Deich vor Sturmfluten verteidigen müssen", erläuterte Hans Willhelm Saul.