17.06.2017 Landkreis Von: Lutz Schadeck
Reaktivierung des SPNV zwischen Stade und Bremervörde angedacht

ILE-Lenkungsgruppe mit neuen Ideen

Die sechs in der ILE-Region Moorexpress-Stader-Geest zusammenwirkenden Kommunen von Gnarrenburg bis Apensen möchten den SPNV auf der Moorexpressstrecke reaktivieren.

Die Vertreter der Samtgemeinden Gnarrenburg, Geestequelle, Fredenbeck, Harsefeld, Apensen und die Stadt Bremervörde bilden diese ILE-Region. ILE steht für Integrierte Ländliche Entwicklung. Und die wollen die genannten Kommunen vorantreiben. So hat man bereits einige Projekte mit Unterstützung lokaler Akteure und der so genannten Lenkungsgruppe (LG) aus kommunalen Vertretern und Wirtschafts- und Sozialpartnern, realisieren können. Dazu gab und gibt es finanzielle Unterstützung aus dem EU-Topf speziell für ILE-Regionen. Die ILE-Region Moorexpress-Stader-Geest ist eine von insgesamt 20 in Niedersachsen. Das Amt für regionale Landentwicklung (ArL) in Lüneburg entscheidet über die gestellten Anträge und begleitet diese dann auch. Unterstützung erhält die ILE-Region Moorexpress-Stader-Geest von der Sweco-GmbH, hier speziell durch Jan-Christoph Lendner, dem Projektleiter Regionalentwicklung.

Die Lenkungsgruppe traf sich am letzten Mittwoch im Bahnhof Deinste in der Samtgemeinde Fredenbeck des Landkreises Stade an der Moorexpress-Strecke. Das passte gut. Nicht nur weil die Bahn ein Teil des Namens der ILE-Region beisteuerte, sondern auch, weil sie ein Schwerpunktthema war. Man möchte nämlich möglichst die Strecke für den SPNV (Schienenpersonennahverkehr) reaktivieren. Gleichzeitig soll dadurch das touristische Angebot erweitert werden. Drei „Bausteine", so Jan-Christoph Lendner, gehören dazu. Organisation und Vernetzung, bauliche und funktionelle Herrichtung aller erneuerungswürdigen Bahnsteige und gegebenenfalls die Renovierung und bauliche Verschönerung von Haltepunkten.

Dazu soll ein Arbeitskreis aufgestellt werden. „Es geht um Bündelung und Wiedererkennung", erklärte der Samtgemeindebürgermeister aus Fredenbeck Ralf Handelsmann. Allerdings werde man sich erst auf ein Teilstück konzentrieren. „Wir reden hier von einer möglichen Teilaktivierung zwischen Bremervörde und Stade." Gespräche mit dem Verkehrsminister ließen hoffen. „Allerdings", so Handelsmann, „wollen wir da ein ganz dickes Brett bohren." Was soviel heißt, dass man sehr viel Geduld haben müsse. Man konzentriere sich als Lenkungsgruppe auf den touristischen Verkehr, doch man argumentiere im Paket. Sehr wohl werde man auch auf den Güterverkehr und Personennahverkehr hinweisen.

Um weitere stichhaltige Argumente zu bekommen, soll im Rahmen einer studentischen Masterarbeit das Mobilitätsverhalten in der betroffenen ländlichen Region ermittelt werden. Daraus könne man unter anderem auch der Bevölkerung Voraussetzungen aufzeigen, die sie überzeugen könnten, auf die Bahn umzusteigen. Angedacht sind Bahnverkehre zu den Hauptzeiten von Berufspendlern und Schülern.

Rainer Schlichtmann, Samtgemeindebürgermeister Harsefeld, wies darauf hin, dass ja gerade die Schiene das verbindende Element der Region sei. Dieses und viele Einzelmaßnahmen hätten bereits jetzt dazu geführt, dass man enger zusammen gekommen sei.

Der ILE-Region steht im Förderzeitraum bis 2022 eine etwa siebenstellige Eurosumme je Jahr zur Verfügung. Anträge für kleinere Projekte wie zum Beispiel ein Bürgerhaus im Elm, Umbau der Ortsmitte Reith, Ausbau von Wirtschaftswegen in Bremervörde und vieles mehr liegen dem ArL für dieses Jahr bereits vor.