11.08.2017 Bremervörde Von: Ingrid Mahnken
Kunstprojekt vor der Liboriuskirche

Bevor ich sterbe….

Zum 20-jährigen Jubiläum des Hospitzdienstes wurde ein vielfältiges Programm an unterschiedlichen Orten ihres Einsatzgebietes zusammengestellt.

Am Montag startete der zweite Teil des Kunstprojektes. „Before I die" (bevor ich sterbe). Noch bis zum 20. August stehen zwei große Tafelwände vor den Toren der Liboriuskirche in Bremervörde. Sie sollen Passanten dazu ermuntern, über das eigene Leben nachzudenken und ihre anonymen Wünsche und Sehnsüchte auf der Tafel schriftlich auszudrücken. Die Tafeln werden jeden Tag abfotografiert und dokumentiert. Ein „Tafeldienst" wird täglich dafür sorgen, dass immer neue Wünsche ihren Platz finden.

Ursprünglich stammt das internationale Kunstprojekt, das schon in vielen anderen Städten realisiert wurde, aus den Vereinigten Staaten. Die Aktion wurde von der Künstlerin Candy Chang nach dem Tod eines Verwandten ins Leben gerufen. Insgesamt sind bisher über 550 Tafelwände in 76 Ländern und 38 Sprachen gefüllt worden.

Zur feierlichen Eröffnung konnten Elsabeth Horlboge und Christa Schmidt, Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes, Vertreter vom ambulanten Hospizdienst, der Krebsfürsorge und dem Kirchenkreis Bremervörde-Zeven, zu denen eine Trägerschaft besteht, begrüßen. Allen voran Superintendent Wilhelm Helmers. Er wünschte sich, dass sich viele Menschen angesprochen fühlen und ein Signal setzen, über die eigene Lebenszeit nachzudenken. Das Kunstobjekt, so der Theologe, stelle aber auch ein Mahnmal dar, das aufzeige, wie begrenzt die Lebenszeit ist und was das Wesentliche im Leben ausmacht, „wie wir unsere Zeit erleben und was danach sein wird."

Bremervördes Bürgermeister Detlev Fischer gratulierte dem Hospizdienst zu der bemerkenswerten Veranstaltungsreihe. Den ehrenamtlichen Mitgliedern zollte er für ihr beispielhaftes Engagement ihrer zum Teil sehr belastenden Tätigkeit Respekt und Anerkennung. Mit ihrer Organisationen erreichten sie über 80.000 Menschen im Raum Bremervörde-Zeven. Für die Zukunft wünschte das Stadtoberhaupt den Ehrenamtlichen die notwendige Kraft und Stärke.

Im Namen der Krebsfürsorge Bremervörde-Zeven ging Barbara Illig auf den ambulanten Hospizdienst ein, das ein palliatives- medizinisches Netzwerk geschaffen habe „um das wir von vielen beneidet werden."

Zeitgleich zu der Ausstellung „Before I die" wird die Lebenshilfe in Bremervörde in ihrem Kantinen-Kino am Vördewerk, Industriestraße 2, am 16. August um 20 Uhr den Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter" zeigen. Vom 22. bis 25. August folgt im Selsinger Rathaus eine Buchausstellung mit dem Titel: „Vom Weinen kriegt man Durst" sowie am 22. August um 19.30 Uhr ein Vortrag zu dem Thema.