01.09.2017 Osterholz-Scharmbeck Von: Ralf Rospek
Aber zunehmende Bürokratie bereitet große Sorgen

Kreiskrankenhaus auf Erfolgskurs

Das Kreiskrankenhaus ist kein Patient mehr, sondern befindet sich weiter auf dem Weg der Besserung.

Der positive Trend zeigt sich sowohl wirtschaftlich als auch in der Patientenzufriedenheit. So gab es von der AOK Niedersachsen zum vierten Mal in Folge ein Qualitätssiegel für die Nachhaltigkeit der Behandlung. Bei Blinddarm- und Hüftoperationen gehört das KKH zu den führenden 20 Prozent im Land. Auch bei der Patientenbefragung, die AOK und Barmer jedes Jahr durchführen, lag die Klinik in allen Bereichen über dem Bundesdurchschnitt.

Was die Pflegeausbildung angeht wird Osterholz-Scharmbeck immer mehr zu einem Zentrum. Die Zusammenarbeit mit Wittmund währt bereits seit fünf Jahrzehnten. Inzwischen schickt auch Lilienthal seine künftigen Schwestern und Pfleger zum Theorieunterricht in die Kreisstadt und seit neuestem auch die Kliniken in Verden und Achim. 

In fast allen Abteilungen des Krankenhauses waren 2016 erneut steigende Patienten- und Fallzahlen sowie mehr stationäre und ambulante Operationen zu verzeichnen. Sorgen bereitet das allerdings im Bereich der Notaufnahme. Mit 45.066 Patienten sind das mittlerweile über 6.000 mehr als noch im Jahr 2013. „Viele Patienten wären bei einem niedergelassenen Arzt viel besser aufgehoben", sagt Vagt. Doch sei die Ärzteversorgung sogar in der Kreisstadt deutlich niedriger als der Bedarf. Viele Patienten kommen dann eben gleich in die Notaufnahme. Steigende Zahlen bedeuten aber auch steigende Wartezeiten. Zwar trage die Ambulanz mit drei Millionen Euro zum Gesamtumsatz des Hauses bei, doch seien die 40 Euro, die das Haus pro Patient erhält längst nicht kostendeckend. „Im Durchschnitt liegen die Behandlungskosten bei rund 130 Euro", so Vagt.

Probleme sieht der Krankenhausleiter auch in der zunehmenden Bürokratie. Manche der politischen Maßnahmen hätten sich zwar durchaus positiv ausgewirkt. Doch die neusten Pläne sorgten vermutlich für einen überbordenden Verwaltungsaufwand, befürchtet Vagt. „Da werden wir noch große Probleme bekommen.

Insgesamt aber freue man sich über einen Überschuss von 692.000 Euro, der damit noch einmal rund 150.000 Euro über dem Vorjahresniveau lag. „Leider hat der Landkreis davon nichts", sagt Landrat Bernd Lütjen. Nichts davon gehe in den allgemeinen Haushalt, sondern verbleibe im Krankenhaus. Das allerdings ist auch notwendig. Denn große Investitionen stehen bevor. Derzeit wird für über eine Million Euro die zentrale Heizungsanlage erneuert. Und wenn alles klappt, soll schon im nächsten Jahr eine neue Intensivstation gebaut werden. Auch viele Patientenzimmer sind überholungsbedürftig. Insgesamt veranschlagt man Kosten von 7,5 Millionen Euro.

Kai Entelmann hob insbesondere die tolle Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals hervor. „Sie sind ja diejenigen, die das Kreiskrankenhaus repräsentieren. Und die Umfrageergebnisse sprechen ja für sich!"

Übrigens sich schon erste Tendenzen für das laufende Jahr sichtbar: Die Patientenzahlen sind bislang um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.