01.09.2017 Worpswede Von: Jörg Monsees
Fielmann übergibt zwei Skizzenbücher von Heinrich Vogeler

„Ein Schatz“

Die Barkenhoff-Stiftung darf sich über zwei neue Ausstellungsstücke von Heinrich Vogeler freuen.

„Das ist einfach ein Schatz, ein wahrer Fundus", zeigt Beate C. Arnold sich begeistert, als sie die mehr als hundert Jahre alten Seiten vorsichtig durchblättert. Zwei Skizzenbücher von Heinrich Vogeler - ein kleines mit 66 Seiten und ein großes mit 32 Seiten - durfte sie als Museumsdirektorin vergangene Woche entgegennehmen. „Das bereichert unsere Sammlung enorm!"

Das kleinere Buch von beiden ist datiert - es stammt aus dem Jahre 1892. Damals unterzeichnete der spätere Barkenhoff-Besitzer noch mit seinem vollen Namen Johann Heinrich Vogeler und studierte in Düsseldorf. Die klassischen Lehrmethoden des Historienmalers Peter Janssen waren ihm jedoch zuwider, es kam zu einem Streit und Vogeler unterbrach sein Studium, um zu reisen.

All das ist in dem kleinen Büchlein dokumentiert. Es zeigt Szenen aus Düsseldorf, den Niederlanden und Italien. Darüber hinaus finden sich teilweise kolorierte Figurienstudien, Tierskizzen oder Porträts darin. „Skizzenbücher sind meist unterbewertet", meint Beate C. Arnold. Sie zeigten die Entwicklung eines Künstlers, die in vollendeten Werken nicht mehr unbedingt nachzuvollziehen sei.

So erfährt man durch kleine Notizen, welche kunsttheoretischen Bücher Heinrich Vogeler vermutlich gelesen hat. „Sowas ist Gold wert, um Wissen zu gewinnen." Das größere Buch ist undatiert. Arnold schätzt, dass es zwischen 1894 und 1895 benutzt wurde. „Darin befinden sich viele Aktzeichnungen und ein Bild, das auf Worpswede verweist", sagt die Museumsdirektorin. Das Porträt eines Mannes erinnert nicht nur wegen des Zeichenstils an andere Werke aus der Künstlerkolonie. Das Modell könnte dasselbe gewesen sein, das Paula Modersohn-Becker und Marie Bock porträtiert haben: „Das springt jedem Worpsweder sofort ins Auge", sind sich viele Betrachter einig.

Diese spannenden Einblicke in Heinrich Vogelers künstlerische Entwicklung verdankt die Barkenhoff-Stiftung der Firma Fielmann. Niederlassungsleiterin Corinna Facktor aus Osterholz-Scharmbeck übergab die Spende zusammen mit dem Kunsthistoriker Jürgen Ostwald, der die Museumsspende im Auftrag der Firma aussucht. „Ein alter Freund von mir besaß die Bücher. Sie stammen aus dem Nachlass von Marie Vogeler, der jüngeren Schwester. Das meiste davon befindet sich in Schleswig-Holstein", erklärt Ostwald.