01.09.2017 Bremervörde Von: Aranka Szabo
Lions Club überreichte Bronzerelief an Bachmann-Museum

Schloss Bremervörde zum Leben erwacht

Jetzt konnte der Lions Club sein Versprechen wahr machen und dem Bachmann-Museum ein Bronzerelief des Bremervörder Schlosses überreichen.

Man kann nur erahnen, welchen Verlauf die Geschichte Bremervördes genommen hätte, wäre ihr Wahrzeichen, das Schloss Vörde, nicht im 17. Jahrhundert Stück für Stück geschliffen worden. Heute steht nur noch das Kanzlei- und Marstallgebäude – das Bachmann-Museum.

Zu ihren Jubiläen denkt sich der Lions Club Bremervörde immer etwas Besonderes für die Stadt aus. Wie etwa die Moorsiedler-Staturen auf dem Rathausplatz anlässlich des 20-jährigen Bestehens. Zum 50. Geburtstag überreichten jetzt Lions-Präsident Corvin Borgardt und Past-Präsident Diether Wolff dem Bachmann-Museum ein ganz besonderes Schmuckstück: das in Bronze gegossene Relief der Bremervörder Schlossanlage samt angrenzenden Gärten und der Furt.

Das Schloss in „seiner Komplexität zeigen" und damit die „lange und bewegte Geschichte Bremervördes lebendig werden zu lassen", war der Gedanke des Lions Clubs Bremervörde, dieses Reliefs herstellen zu lassen. Zwei Jahre dauerte es von dieser Idee bis zur Fertigstellung, berichtete Diether Wolff vor der Übergabe. Nicht zuletzt mussten ein Modellbauer und Bronzegießer gefunden, und über den Sockel für das rund 80 Kilo schwere Stück entschieden werden.

Nur wenige Quellen geben Auskunft über das Aussehen des Schlosses, das schützend über die Oste-Furt wachte und, so wird beschrieben, „vornehme Residenz" der Bremer Bischöfe war. Ein Kupferstich in der Topographia Germaniae vom Matthäus Merian aus dem Jahr 1653 war die wichtigste Grundlage für das dreidimensionale Objekt, das nun seinen festen Platz, für jeden zugänglich, vor dem Bachmann-Museum hat. Dieses Relief, so Museumsleiterin Ellen Horstrup, „ist wichtig, um den Ort begreifen zu können." 

Wie langwierig der Entstehensprozess war, machte auch der Bremer Modellbauer Thomas Hogrefe deutlich. Ohne Pläne oder Schnitte musste er eine dreidimensionale Gussvorlage mit Auto-CAD, CNC-Fräse und viel Handarbeit schaffen, die der Syker Gießereimeister Jens Hansemann in mehreren Arbeitsschritten zum fertigen Relief goss.

Lions-Präsident Corvin Borgardt freute sich, das vom Lions Club gegebene Versprechen einlösen zu können und „etwas Handfestes zu übergeben". Er hoffte, dass mit dem Relief das Schloss mehr ins Bewusstsein der Bürger und Besucher gebracht wird.