05.12.2017 Osterholz-Scharmbeck Von: Eva Kairies
Beratung und Begegnung von Menschen aus rund 40 Nationen

Stadtteilbüro erneut mit Leben füllen

In der Drosselstraße 7 hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck das Stadtteilbüro wiederbelebt

Julia Lanzendörfer, Ansprechpartnerin in der Stadtverwaltung für Migration und Integration, wird hier gemeinsam mit dem derzeitigen Bufdi (Berufs- und Freiwilligendienst) Tom Kuls zunächst zweimal die Woche fest vor Ort sein, dazu nach Absprache. „Die festen Zeiten werden sich erweitern", sagte sie dem Anzeiger.

Zur Eröffnungsfeier waren auch Uwe Willud als Fachbereichsleiter Soziales und die Erste Stadträtin und Dezernentin für Bildung, Soziales und Ordnung, Bettina Preißner, im Stadtteilbüro. „Wir haben das Büro auf vielfachen Wunsch und als Anlaufstelle für Bewohner und Vermieter wieder belebt, um vor Ort im Quartier zu sein und zu helfen", sagte Lanzendörfer in einer noch recht kahlen Räumlichkeit, die sie bald mit Fotos und Bildern schmücken möchte. Aber auch Beratung und Angebote wie Lesepatenschaften und Streitschlichtung werden das Quartiersbüro füllen. „Wir wollen auch das Ziel sein für andere Institutionen, die hier vor Ort informieren wollen, wie zum Beispiel die Polizei oder Verwaltungsvertreter." So sei nun schon eingeladen worden für den heutigen 6. Dezember, um im Quartiersbüro über das Vermeiden von Müllbergen zu informieren. Schließlich wohnen im Quartier Menschen zusammen von nicht weniger als rund 40 Nationalitäten, einige von ihnen noch nicht lange, die sich zunächst in der fremden neuen Heimat orientieren wollen. Auf Plakaten, die bereits an den Wänden hängen, werden Ideen der Besucher gesammelt, welche Veranstaltungen und Informationen sie sich wünschen.

Julia Lanzendörfer ist seit zwei Jahren als Flüchtlingsbetreuerin in der aufsuchenden Arbeit und ergänzt damit die Arbeit der Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten Karin Wilke und die Arbeit der Sozialen Stadt. Die Förderung der Sozialen Stadt als Beratungsangebot im Haus der Kulturen und Begegnungsstätte im Quartier laufe im Jahre 2021 aus. „Wir wollen die Menschen, die hier leben, noch besser integrieren und unterstützen in Bildung, Wohnung und in alltäglichen Belangen", sagte Bettina Preißner als Sozialdezernentin. Mit der großen Welle der Flüchtlinge 2015 (die Stadt habe seinerzeit über 500 Menschen aufgenommen, von denen noch rund 320 Menschen geblieben seien) sei man sehr gut zurechtgekommen. „Ein dickes Lob für den Landkreis", sagte Preißner. Man habe profitiert davon, dass schon eine sehr gute Struktur geschaffen worden war durch die bereits im Vorfeld präsente und gut koordinierte Soziale Stadt. „Ein verwaistes Stadtteilbüro wäre da ein falsches Zeichen", sagte Bettina Preißner.

Nun könne es wieder stehen für aktive individuelle Hilfestellung und Beratungsmöglichkeiten der sozialen Stadt in Ergänzung zum Haus der Kulturen in der Mozartstraße. Immer aktiv dabei seien auch die Mitarbeiter des Jugendhauses und von ProArbeit, die das Quartiersbüro gut nutzen könnten für eigene Angebote. Das Integrationsteam von Julia Lanzendörfer ist im Rathaus verortet mit einem guten Kontakt zum Sozialamt. „Aber auch hier im Quartiersbüro sind sie anzutreffen und in der aufsuchenden Arbeit."

Julia Lanzendörfers positive Energie schien unerschöpflich, als sie von ihrer Arbeit erzählte: „Wenn ich die Leute hier vertrösten würde, kämen sie nicht mehr. Also fackele ich nicht lange." Und wenn keiner zu ihr käme, dann klingele sie an den Türen. „Und da wird mir oft und sehr gern aufgetan. Und da lasse ich auch nicht locker, ein bisschen wie ein Terrier."

Julia Lanzendörfer ist in der Drosselstraße 7 zu erreichen montags (14 Uhr bis 16 Uhr) und mittwochs (10 Uhr bis 12 Uhr) unter 04791 / 807-8906, sonst im Rathaus immer unter 04791 / 17-266 – „mein Rückruf ist garantiert".