09.02.2018 Bremervörde Von: Lutz Schadeck
Veranstaltung an der Realschule zum Ressourcenverbrauch

„Generelles Umdenken ist nötig“

Ist unsere Welt noch zu retten? Nun, so drastisch wurde die Frage in der Findorff-Realschule nicht gestellt.

Es ging also um Ressourcen, den Rohstoffen der Erde und um deren Verbrauch. Björn Wiele von der Multivision e.V. fragte die Schüler auch gleich zu Beginn: „Habt ihr heute schon Ressourcen verbraucht?" Hatten sie. Nämlich Wasser. „Wir nutzen ständig Ressourcen. Denn ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde."

Nun wurde es etwas intensiver. Es gibt nämlich nachwachsende und nicht nachwachsende Ressourcen. Letztere, wie Kohle und Erdöl zum Beispiel, sind irgendwann aufgebraucht. Die nachwachsenden Rohstoffe wie Bäume, Fische und so weiter, sind Moderator Wiele persönlich sehr sympathisch. Denn theoretisch sind die immer da. Doch schon kommt wieder so ein „Aber". „Die Fische pflanzen sich fort. Aber wie sieht es denn mit der Überfischung aus? Wir fangen mehr, als nachwachsen können." Wiele zeigt noch ein paar beeindruckende Zahlen und ging dabei weit in die Vergangenheit der Menschheit zurück.

In der Steinzeit, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, verbrauchte ein Mensch gerade einmal rund drei Kilogramm der vorhandenen Rohstoffe pro Tag. Als die Menschen dann sesshaft wurden und sich Ackerbau und Viehzucht entwickelten, lag der Verbrauch schon bei rund 11 Kilogramm je Mensch am Tag. Und heute, in unserer Konsumgesellschaft? Da sind es sage und schreibe 44 Kilogramm. Das ist der europäische Durchschnitt. Weltweit sind es „nur" 27 Kilogramm. Wie kommt das? „Das heißt, dass wir anderen Menschen Ressourcen wegnehmen, die diese nicht nutzen können. Das ist also ungerecht verteilt." Wenn man dann noch sieht, dass die Weltbevölkerung seit 1900 bis heute um das Dreifache gewachsen, der Ressourcenverbrauch sich aber um das 10-fache erhöht hat, dann kommt man schon ins grübeln.

Was kann also unternommen werden? Ein Lösungsansatz ist: „Reduzieren, weiter nutzen, wieder verwerten." Wie das geht und was jeder Einzelne tun kann wurde im anschließenden Film gezeigt.

Die Veranstaltung wurde von Multivision e.V., die mit Oxfam und der Verbraucherzentrale NRW bei diesem Projekt kooperieren, durchgeführt. Dabei wurden sie in Bremervörde von der Sparkasse Rotenburg/Bremervörde und der Stadt unterstützt. Warum nun eine solche Veranstaltung, wo man doch meinen könnte, jeder ist ausreichend aufgeklärt? Björn Wiele und sein Kollege Holger Krohn attestierten einzelnen Schülern dieses Wissen. Aber es sei sehr vom Elternhaus abhängig, was und wie viel da über diese Thematik besprochen werde. Generell stelle man fest, dass die Schüler der fünften und sechsten Klassen sehr offen für das Thema seien. Seit ungefähr zwei Jahren seien sie mit dieser Multivisionsschow unterwegs. Innerhalb dieser Zeit hätten sie bei den Schülern eigentlich kaum eine Veränderung im Umgang mit diesem Thema bemerkt. Sehr wohl aber in den Schulen. Es fließe mehr in den Lehrstoff ein, Projektwochen würden öfter geplant und durchgeführt. Generell stelle man bei den Schülern zwei Tendenzen fest. Die eine geht mehr in Richtung Resignation statt zu Lösungsinitiativen. Die anderen sind betroffen, wollen etwas unternehmen. Und das sei altersunabhängig, stellte Holger Krohn fest. Ein Fazit zu dem bisher ereichten: „Ein generelles Umdenken ist nötig." Krohn, der auch bei Greenpeace aktiv ist, ist optimistisch: „Ich glaube, es kann sich etwas ändern."