09.03.2018 Worpswede Von: Ulla Ingenhoven
Streuobst, Bolzplatz und Bienenhotel auf der Hörenbergwiese

Eine Wiese für das Dorf

Jahrelang war sie in den Schlagzeilen, die Hörenbergwiese in Worpswede. Ein Supermarkt sollte dort entstehen, doch diese Pläne sind längst vom Tisch.

Die Stiftung, die dank einer Erbschaft das ein Hektar große Gelände zu einem nicht unerheblichen Preis kaufen konnte, hat viele Ideen für dieses Stückchen Landschaftsschutzgebiet gegenüber der Marcusheide. Gemeinsam mit dem Landschafts- und Stadtplaner Hartmut Kreikenbaum stellte Stiftungsvorsitzender Christoph Bayer das Projekt vor.

„Die Wiese soll der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, um zu verhindern, dass alles eingeht", war wohl eine der wichtigsten Aussagen. Die Stiftung kümmert sich um die Pflege des Areals, das „eine offene Fläche ist, die bespielt werden kann", so Hartmut Kreikenbaum. Es gebe keine befestigten Wege für Spaziergänger, sondern gemähte Graswege. Ruhebuchten mit Bänken werden eingerichtet und wer sich gern zum Picknick niederlassen möchte, findet hier auch ein geeignetes Plätzchen. Ziel sei es, die Landschaft und die Ortsbild prägende Situation an dieser exponierten Stelle zu erhalten und nachhaltig weiterzuentwickeln. „Das ist eine Sache, die auf lange Sicht geplant ist. Das bauen wir bis über unser Leben hinaus", sagte Christoph Bayer. Erfreulicherweise dürfen die Planer das 1.300 Quadratmeter große Eckgrundstück der Familie Sämann in ihr Projekt mit einbeziehen.

Da eine Streuobstwiese für die gesamte Fläche zu aufwändig und zu teuer wäre, ist an eine Bepflanzung an den Rändern der Wiese mit Obst- und Blütenbäumen - auch als frei wachsende Beerenobsthecke - gedacht. Die übrige Fläche wird als zweischurige Mahdwiese behandelt, die durch eine große Artenvielfalt geprägt ist. Vorstellbar sei, diese Fläche als Pferdeweiden zu nutzen. Sogar ein Zirkus sei hier willkommen oder eine mobile Hühnerfarm. An Vorschlägen mangelte es bestimmt nicht. Wenn viele Kräuter und Sträucher blühen, ist der Gedanke an ein Bienen- und Insektenhotel nach einem Entwurf von Heinrich Vogeler nicht fern. Das könnte auf der Sämann-Wiese aufgestellt werden.

Das ganze Gebiet ist groß genug, um darauf auch Fußball zu spielen oder für andere Aktivitäten für die ganze Familie. Dann müsste nur öfter gemäht werden. Dieses offene Konzept könne jederzeit erweitert und ergänzt werden, hieß es.

Die Stiftung Worpswede bezeichnet das Vorhaben als „Wiese für das Dorf", so der Vorsitzende. Im Sommer könnte man schon mit den Erdarbeiten beginnen. Im Herbst, nach Abschluss der Vegetationsperiode, sollen die Bäume gepflanzt werden. Auch mit dem NABU Worpswede will man zusammenarbeiten. „Wir bemühen uns auch, finanzielle Unterstützung zu bekommen, um Spenden und Manpower." So wolle man Gärtnereien ansprechen und auch ein Antrag bei der Umweltlotterie Bingo steht auf dem Plan. Ebenso hoffe man auf die Hilfe durch Worpsweder Mitbürger und Mitbürgerinnen. „Wir sind so aufgebaut, dass man erst anfangen kann, wenn man das OK bekommt", nannte Christoph Bayer einen Grundsatz der Stiftung.

Während der ganzen Vorbereitungen ist auch ein Kontakt zu dem Museumsverband Worpswede zustande gekommen. Am Barkenhoff wird die Ausstellung „Kaleidoskop" mit dem Schwerpunktthema Apfel vorbereitet. Eine Künstlerin hat das Projekt realisiert und in Lodz begonnen. „Überall in der Republik wird es Äpfel für die Öffentlichkeit geben." Christoph Bayer kann sich vorstellen, mit der Streuobstwiese und dem Bienenhaus einen Beitrag zu dieser Ausstellung zu leisten.