27.04.2018 Oerel Von: Heino Schiefelbein
Machbarkeitsstudie zur Abwasserbeseitigung vorgestellt

1-Standort-Lösung angestrebt

Die Abwasserbeseitigung hat sich zu einem Dauerbrenner für die politischen Gremien der Samtgemeinde Geestequelle entwickelt

Im November 2017 beschloss der Samtgemeinderat, eine Machbarkeitsstudie für den Betrieb einer SBR-Kläranlage der Südwest Consult (Meschede) in Auftrag zu geben. Einen entsprechenden Antrag stellte zuvor Ratsherr Adolf Wilshusen (WFB). SBR steht für „Sequencing Batch Reaktor", einem biologischen, digital unterstützten Reinigungsverfahren.

Das Ergebnis wurde am Donnerstagabend vorgestellt. Rund 50 Zuhörer, darunter zahlreiche Samtgemeinderatsmitglieder, hatten sich im Oereler Rathaus eingefunden. Es werde „nur" eine Machbarkeitsstudie für eine Reinigungsart vorgestellt, die in Deutschland zwar bekannt, aber nicht am weitesten verbreitet ist, führte Samtgemeindebürgermeister Stephan Meyer aus. Insbesondere sei zu klären, ob mit der SBR-Technik die von der Aufsichtsbehörde geforderten Einleitwerte eingehalten würden. Bislang habe die Verwaltung keine entsprechende Zusage erhalten.

Diese Bedenken räumte Günter Müller-Czygan von dem weltweit operierenden Mescheder Unternehmen aus. Mit einem zusätzlich angebrachten bepflanzten Boden-Retentionsfilter würden die Rahmenbedingungen erfüllt. Er präsentierte dem Publikum ein umfangreiches Zahlen- und Datenwerk zu einem 3-Standorte (Hipstedt, Ebersdorf Oerel) bzw. 1-Standort-Lösung (Oerel) und erläuterte die technischen Unterschiede zwischen dem SBR- sowie dem herkömmlichen Durchlaufverfahren. Derzeit betreibt die Samtgemeinde acht Teichkläranlagen.

Die Kosten für eine zentrale Kläranlage im Durchlaufverfahren bezifferte der Referent mit 26,4 Millionen Euro. Für die 3-Standorte-Lösung im SBR-Verfahren bezifferte er mit 23,4 Millionen Euro, für die 1-Standort-Lösung mit 22,6 Millionen Euro. Für den Anschluss an Bremervörde würden Baukosten von 17,7 Millionen anfallen. Allerdings müsste die Samtgemeinde jährlich eine Einleitungsgebühr von rund 740.000 Millionen Euro an die Stadt zahlen.

Anschließend tagte der Bauausschuss der Samtgemeinde und sprach sich mit knapper Mehrheit dafür aus, eine 1-Standort-Lösung anzustreben. Ob Durchlaufverfahren oder SBR-Technik wird später durch den Samtgemeinderat entschieden.