06.07.2018 Bremervörde/Zeven Von: Heino Schiefelbein
Umstrukturierung des MLK und der OsteMed schreitet schneller voran als geplant

„Patientensicherheit muss gegeben sein“

Der Rotenburger Kreistag hatte in einer Sondersitzung am 11. April mit deutlicher Mehrheit das Aus für das Martin-Luther-Krankenhaus in Zeven zum Jahresende 2018 beschlossen.

Die Umstrukturierung schreitet schneller voran als geplant. So wurde bereits zum 1. Juli die Zusammenführung der akut-medizinischen internistischen und der intensivmedizinischen Notfallversorgung des Martin-Luther-Krankenhauses in die OsteMed Klinik in Bremervörde umgesetzt. Diese Angebote werden in Zeven ab sofort nicht mehr vorgehalten. Zeven wird vom Rettungsdienst nicht mehr angefahren. Bei den Notärzten „vor Ort" und der Stationen der Rettungswagen gibt es keine Einschränkungen.

In einem Pressegespräch bezogen Geschäftsführer Sven Freytag, der kaufmännische Leiter Michael Fuisting, Dr. Michael Bohlmann (Kardiologische und internistische Intensivmedizin) sowie Dr. Axel Franzen (Gastroenterologie) zu den umgesetzten und geplanten Maßnahmen Stellung.

„Wir mussten in diesem Schließungsprozess endlich Klarheit schaffen. Die Patientensicherheit muss immer gegeben sein. Da können wir keine Kompromisse eingehen", so Geschäftsführer Sven Freytag. Er ging auf die personelle Situation ein. In Zeven seien nach dem Kreistagsentscheid 24 Vollzeitkräfte (etwa 30 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Pflege und Funktion) ausgeschieden. Qualifiziertes Fachpersonal konnte nicht rekrutiert werden. Der in Bremervörde vorhandene Stamm werde um 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus Zeven verstärkt. " Wir verfügen hier über eine stabile Versorgungslage, die in Zeven nicht mehr gewährleistet war." Die von Dr. Bohlmann geleitete Station mit 27 Betten sei nicht nur in Bremervörde eingegliedert, sondern auf 36 Betten aufgestockt worden.

Die schmerztherapeutische Abteilung verbleibt voraussichtlich bis zum 31. März 2019 in Zeven. Derzeit werden auch die chirurgische und die Schrittmacherambulanz sowie die Ambulanz Gastroenterologie wohnortnah in Zeven aufrechterhalten.

Über das „wie lange" könne die Klinik allerdings nicht allein entscheiden. Es sei eine Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung erforderlich.

Auf jeden Fall würden sich dort ab 2019 ein Chirurg und ein Allgemeinmediziner niederlassen.

Dr. Bohlmann sieht die ambulante Versorgung in Zeven gut aufgestellt. „Sie sollte weiter mit Leben erfüllt werden. Ich hoffe, dass weitere Fachärzte dazukommen."

Der Geschäftsführer erinnerte an die Kooperation mit der Krebsklinik Dr. Hancken und die vorhandenen Angebote der OsteMed durch das Alters- und Pflegeheim mit rund 100 Plätzen.

Für bauliche Veränderungen des geplanten Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Zeven seien bis zu 15 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds eingeplant.

Freytag sieht für die OsteMed in Bremervörde gute Perspektiven und verwies auf die Geriatrie. „Sie wurde in den letzten Jahren von acht auf 40 Betten aufgestockt und wird sehr gut angenommen." Das Krankenhaus werde sich personell, modern, qualitativ und räumlich auf die gestellten Aufgaben einstellen. Dafür würden Landesmittel zwischen 25 und 30 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung würde auch die intensive Zusammenarbeit mit den Elbe-Kliniken beitragen.