03.08.2018 Kuhstedt Von: Uli Evers
Kirchengemeinde Kuhstedt feiert 125-jähriges Bestehen der Erlöserkirche

Spende brachte die Erlösung

Der neugotische, rote Backsteinbau an der Kreuzung Portenstraße / Giehler Straße ist ein Wahrzeichen Kuhstedts: Vor 125 Jahren wurde die Erlöserkirche feierlich eingeweiht.

Los geht es um 10 Uhr mit dem Festgottesdienst, in dem Pastorin Sabrina Lerch die Gemeinde auf die Feierlichkeiten einstimmen wird. Danach soll am Grabstein des Kirchenstifters Heinrich Schröder ein Kranz niedergelegt werden.

Zu dem anschließenden Sommerfest sind Jung und Alt eingeladen. Ab 12 Uhr gibt es Erbsensuppe oder Bratwurst. Essenmarken können dazu im Vorverkauf für drei Euro bei Annette Böschen erworben werden.

Während die erwachsenen Festbesucher bei Kaffee und Kuchen ausreichend Gelegenheit zum Klönschnack haben werden, wird für die Kinder ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm geboten. Neben Torwandschießen oder Fahrten mit dem Feuerwehrauto locken viele Spiel- und Bastelaktionen, Ponyreiten und auch verschiedene Tanz- und Musikvorführungen. Für die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung wird auch ein Festheft bereitgehalten.

Die kirchliche Geschichte Kuhstedts ist recht wechselhaft. Alten Erzählungen zufolge soll es schon sehr früh eine kleine Kirche oder Kapelle auf dem „Hogen Ort" gegeben haben. Erste urkundliche Erwähnung findet Kuhstedt als Kirchenort aber erst um 1420. Nach der Zerstörung dieses ersten Gotteshauses wurde im Bereich der heutigen Kirche ein größeres erbaut, das aber während des 30-jährigen Krieges teilweise niederbrannte.

Die Zeit der Kuhstedter mit einem eigenen Pastor endete 1700. Der damalige H. Johann Friedrich Muselii ging in den Ruhestand, und es fand sich kein Nachfolger. 200 Jahre lang wurde Kuhstedt dann von Kirchwistedt aus verwaltet, was immer wieder zu Spannungen zwischen den Kuhstedtern und den ortsfremden Pastoren führte. Eine Angliederung an die Kirchengemeinde Gnarrenburg scheiterte an den massiven Protesten der Kuhstedter, die aber ihrerseits aus Geldmangel nichts gegen den fortlaufenden Verfall der eigenen Kirche und des Pfarrhauses tun und somit keinen neuen Pfarrer für ihr Dorf gewinnen konnten.

Das Blatt wendete sich mit der Schenkung des Hoferben Heinrich Schröder aus Giehle. Er starb im Alter von nur 21 Jahren und vermachte der Kirchengemeinde Kuhstedt 75.000 Reichsmark. Die Summe reichte aus, um ein neues Pfarrhaus zu bauen.

Der Hannoveraner Architekt Eduard Wendebourg plante schließlich die heutige Erlöserkirche, mit deren Bau am 3. Juli 1892 begonnen wurde. Im Oktober des darauf folgenden Jahres weihte Pastor August Cordes das neue Gotteshaus.

Die beiden Kirchenglocken wurden seinerzeit aus Hemelingen geliefert, konnten sich aber leider keiner langen Lebensdauer erfreuen. Die größere von ihnen wurde aufgrund der Rohstoffknappheit während des ersten Weltkrieges eingeschmolzen. Erst 1927 konnte sie mit Hilfe einer Spende aus Übersee durch ein neues Exemplar ersetzt werden. Auch ihr war kein langes Leben beschieden. Sie folgte im zweiten Weltkrieg dem traurigen Schicksal ihrer Vorgängerin. Es sollte fast ein halbes Jahrhundert vergehen, bevor die Erlöserkirche 1991 eine neue Glocke erhielt, hergestellt von der Glockengießerei Bachert aus Friedrichshall.

Im Laufe der vielen Jahre ihres Bestehens wurden an der Erlöserkirche zahlreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Zuletzt wurden der Kirchturm und das Kirchenschiff komplett restauriert. Hier konnte die ursprüngliche Bemalung wieder hergestellt werden. Auch die Orgel konnte komplett instand gesetzt werden.

Im Laufe der vielen Jahre ihres Bestehens wurden an der Erlöserkirche zahlreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt. Zuletzt wurden der Kirchturm und das Kirchenschiff komplett restauriert. Hier konnte die ursprüngliche Bemalung wieder hergestellt werden. Auch die Orgel konnte komplett instand gesetzt werden.